Berichte der Akademie 55plus Darmstadt 2011

363 Jahre Merck – ein Unternehmen prägt eine Stadt

„Bei Merck wird heute wieder JAKUTIN gemacht!“, sagte meine Oma, wenn der Wind von Norden den scharfen Geruch in die südlich gelegene Paul-Wagner-Straße trieb. Aber Merck war O.K., der Papa hatte dort gearbeitet, die Mama auch; die hatten sich dort beim Betriebsausflug kennen gelernt. Das Kind spielte später als Halbwaise bei der Weihnachtsfeier Theater.


So geht es vielen Darmstädtern; Merck gehört einfach dazu!

Frau Dr. S. Bernschneider-Reif, als Leiterin der Corporate History Abteilung (viel mehr als nur ein Archiv!) ist sicher besser als jeder andere Chef dieses großen Unternehmens dazu in der Lage, über dessen Geschichte zu berichten. Porträts, Handschriften, Dokumente von Produktionsvorgängen, Darstellungen von Exponaten aus dem kleinen Museum, launige Geschichten usw. präsentierte sie den interessierten AKA-Mitgliedern. Einige von ihnen waren dort selbst einmal Angestellte, davon zeugten auch die vielen Fragen am Ende des hochinteressanten Vorgangs.

Die Referentin berichtete von den vielen Jakobs, Friedrichs, Heinrichs, Emanuels, Peters, Karls, Georgs und Wilhelms, die seit dem 17.Jhdt. über viele Generationen hinweg, aus einer 1668 erworbenen Apotheke zunächst die bekannte ENGEL-Apotheke in Darmstadt und dann eine pharmazeutische Fabrik aufbauten. 1860 wurden bereits mehr als 800, ca. 1900 über 10 000 verschiedene Produkte hergestellt – sowohl pharmazeutische als auch chemische. Jeder kennt z.B. VIGANTOL und CEBION. Großen Wert legten die Firmeneigner auf die Forschung.

Aus der Innenstadt verlegte man die wachsende Firma in den Norden des Stadtgebietes; einige Abteilungen verlegte man nach Gernsheim.
1891 gründete sich eine Tochterfirma in den USA, die seit 1917 unabhängig ist.
„Durch den steten Ausbau eines Netzes von ausländischen Beteiligungen und Niederlassungen wandelte sich Merck von einem vorwiegend deutschen Unternehmen zu einem internationalen Konzern“ (Stadtlexikon Darmstadt, Dr.S. B. S. 626)

Und wieso ist Darmstadt geprägt von Merck? Es gibt die Merckstraße und den Mercksplatz, (nicht nur) Darmstädter schauen fern auf Flachbildschirmen mit LCD , ihre Autos haben Mercksche Effektpigmente, nahezu 8 000 Mitarbeiter sind beim größten Arbeitgeber der Stadt, weltweit etwa 30 000 Menschen angestellt.

Haben sie jetzt Kopfschmerzen? Dann fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, der hat ein Mittel vorn Merck dagegen – ganz sicher!
Mika