Berichte der Akademie 55plus Darmstadt 2011

Salomo - Sohn Davids und König von Israel

 

Dieser König Salomo hat die Zeitgenossen des 10. Jahrhunderts v. Chr. und folgende Generationen stark beeindruckt: immerhin zwei Bücher des Alten Testaments (1. Buch der Könige und 2. Buch der Chroniken) berichten über ihn und seine Taten. Dass davon manches wenig schmeichelhaft, ja gewalttätig oder in den Bereich Legende gehört, wusste Elke Decker in ihrem jüngsten Vortrag zu berichten.

Der Informationsfülle der Bibel über Salomo stehen nur geringe historisch gesicherte Erkenntnisse gegenüber. So muss man auch hier mehr glauben als wissen, was mit seiner Person an Geschichten verbunden wird und niedergeschrieben wurde:

  • Vater (König David) und Mutter (Batzeba) sind die handelnden Personen der berühmtesten Verführungsgeschichte
  • mit Geschick, Mord und Intrige hat er sich (wie damals üblich) die Königsmacht in Israel gesichert, danach aber für sein Land eine lange Phase des Friedens und Wohlstands erreicht
  • der erste steinerne Tempelbau Jerusalems auf dem Berg Zion wird ihm zugeschrieben (deshalb auch „der Tempel Salomos“ genannt).
  • seine Weisheit, seine schnelle Handlungsfähigkeit und Gerechtigkeit sind geradezu sprichwörtlich („salomonisches Urteil“ im Streit der zwei Frauen, die um „ihr“ Kind kämpfen)
  • sein Reichtum an Geld, Frauen (mehr als 700 (!)) und Kindern ist sagenumwoben; selbst die berühmte Königin von Saba war von seinem Besitz beeindruckt
  • vier weitere Bücher der Bibel haben ihren (vermuteten) Autor in Salomo: das Buch der Weisheit (lebensphilosophische Themen), das Buch der Sprüche (noch heute oft zitiert), das Hohe Lied (ein sehr detailreiches und lebensnahes Liedesgedicht) und das Buch Kohelet („Alles hat seine Zeit...“).

 

Frau Decker konnte den Zuhörern durch ihre Vorstellung der biblischen Texte ein anschauliches Lebens- und Sittenbild von Salomo und seiner Zeit liefern; sie warnte aber immer davor, die angegebenen Zahlen für bare Münze zu nehmen: es sind nur Metapher für die Größe.

Es machte Lust, die Bibel wieder einmal zur Hand zunehmen und die Erzählungen im Original zu lesen - das empfiehlt Frau Deckert immer wieder sehr eindringlich, wenn sie Biblisches vorstellt. Und für all jene, denen das zu zeitaufwendig oder unpassend erscheint, hatte sie noch eine Kurzform zu Salomo und David, wie sie der Volksmund geschaffen hat:

 

Der David und der Salomo,
das waren arge Sünder.
Sie lebten frei und liederlich
Und zeugten viele Kinder.
Und als sie nicht mehr konnten so,
von wegen hohem Alter,
schrieb seine Sprüche Salomo
und David seine Psalter.   (kpr)