Berichte der Akademie 55plus Darmstadt 2011

Do widzenia – beim Heinerfest

12 Aka-Mitglieder besuchen Polen

Starachowice rozciaqgajg sie wzdluz doliny rzeki Kamiennej. Heißt bitte was? Genau: Starachowice erstreckt sich entlang des Flusses Kamienna (Steinfluss). Wir waren da und haben es überprüft. Stimmt. Außer dem Fluss hat die Stadt auf 32 Quadratkilometern noch einiges andere zu bieten: 53.000 Einwohner, 9 Grund- und 15 weiterführende Schulen, einen Badesee, ein Technikmuseum mit einem Hochofen von 1899, ein Archäologiezentrum mit Dinosaurier-Museum, Springbrunnen und viele fröhliche Feste. In der näheren Umgebung kann man Natur pur im Heiligkreuzgebirge erleben oder sich im „mittelalterlichen Dorf“ in die Kunst des Tischlerns, Färbens oder Kräutermischens einführen lassen.

12 Deutsche trafen 12 Polen: Dorothee, Erwin, Hartmut, Heidrun, Helmut, Ingrid, Klaus, Lissy, Margit, Marianne, Sigrid und Ulrike verbrachten drei Tage mit Anna, Basia, Grazyana, Hana, Jadwiga, Jadwiga, Jurek, Jolanta, Kasia, Malgorzata, Maria und Stanislawa. Vorbereitet hatten diesen ganz speziellen Austausch Helmut Damm und Ela Heller, denen ein dickes Lob gebührt, denn es klappte alles wie am Schnürchen – sogar sprachlich, denn die Darmstädter Gruppe hatte sich zur Vorbereitung einem sechsstündigen Crashtest in der Sprache der vielen Zischlaute und wenigen Vokale unterzogen. Einen ganz großen Dank auch an Jolanta Lodig, die das Programm in Polen organisiert hatte und unermüdlich übersetzte – einmal acht Stunden hintereinander…

Bei wunderschönem Spätsommerwetter tauchten die Aka-Mitglieder in eine unvergessliche Polenwoche ein und ließen sich anstecken von der grenzenlosen Gastfreundschaft, Herzlichkeit und guten Laune ihrer polnischen Partner, die sie auch kulinarisch verwöhnten: Mit Bigos, Stockwurst, Borschtsch. Erdbeerlikör, Bier und natürlich diversen Wodkagläschen. Danach gingen sogar die Spiele mit den deutsch-polnischen (zum Teil recht frivolen) Zungenbrechern einigermaßen flüssig über die Bühne, die in diesem Fall aus einem Lagerfeuer bestand. Lieder in beiden Sprachen und gemeinsame Tänze rundeten den heiteren Abend ab. Bemerkenswert auch der Empfang in einem Lyzeum, wo musikalische Beiträge der Schüler und ein Workshop zum Kennenlernen angeboten wurden. Beim Abschied gab es neben diversen Küsschen und Umarmungen dann auch das Versprechen, sich im nächsten Jahr wieder zu sehen, und zwar beim Heinerfest... Do widzenia! Wer bei der Vorbereitung aktiv werden möchte, ist herzlich eingeladen. Erstes Treffen ist am Freitag, den 11. November um 16.00 Uhr.

Natürlich sorgen Aka-Mitglieder immer auch für ein Rahmenprogramm. In diesem Fall besuchte man vor dem Austausch die Weltstadt Warschau und an den letzten beiden Tagen das attraktive Krakau – beide Metropolen sind von Starachowice etwa drei Autostunden entfernt. In der Hauptstadt, die inzwischen fast 3 Millionen Einwohner hat, überraschten die gigantischen Banken und internationalen Hotel- und Kaufhausketten und wunderschöne, große Plätze und Anlagen. Auf einem vierstündigen, spannenden Stadtrundgang mit unserer exzellenten Führerin Jolanta bekamen wir einen Einblick in die Geschichte dieses leidgeprüften Volkes. Zum Schluss standen wir an der Stelle, wo Willy Brand seinen berühmten Kniefall getan hatte.

Den Abschluss unserer Reise verbrachten wir im wunderschönen Krakau mit seinem mediterranen Flair. Auch hier hieß es: Vier Stunden historische Highlights inmitten von unzähligen Touristengruppen. Zum Glück liegt in diesem Ort alles nah beieinander, und so ließen wir uns vom Wawel, dem Veit-Stoß Altar, der Universität mit ihrem imposanten Arkadeninnenhof und dem Glockenspiel, den ehemaligen Tuchhallen und natürlich „Krakau at night“ verzaubern. Am nächsten Vormittag blieben noch vor dem Abflug einige Stunden für das quirlige jüdische Viertel mit seinen Synagogen, Cafes und Theatern zur Verfügung. Es war ein Schnupperkurs in einer atemberaubenden Stadt. Beim nächsten Mal, so der Wunsch aller Teilnehmer, soll’s länger dauern. Denn es gibt noch vieles zu entdecken in dieser schönen Stadt und in diesem tollen Land.

Text: Heidrun Bleeck / Fotos: Ingrid Scheffler