Berichte der Akademie 55plus Darmstadt 2011

Aka besucht Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)

Zutreffenderweise heißt der stilvolle Besucher-, Ausstellungs- und Verkaufsraum der WBG „Literarium“. Von mehreren 1000 Büchern umsäumt, ging dort auf Einladung der Aka jetzt eine lockere Vorstellung des Unternehmens in einer Gesprächsrunde mit dem Geschäftsführenden Direktor Andreas Auth über die Bühne. Für alle Besucher lag an diesem Abend ein Exemplar des Büchleins „Die WBG, ein Unikat der Verlagslandschaft“ vor, die aus Anlass des 60-jährigen Bestehens 2009 entstand.

Was verbirgt sich hinter den historischen Mauern an der Hindenburgstraße? Ein modernes Verlagsunternehmen mit 4.000 Autoren, 3.500 aktuellen Buchtiteln, ein Netz von mehr als 100 nationalen und internationalen Verlagspartnern, 130.000 Mitgliedern (!) und einem Jahresumsatz von 22 Millionen Euro. Die Verlagsgruppe besteht aus fünf Unternehmen mit 100 Mitarbeitern. Einem Unternehmen, das den seltenen Status ‚wirtschaftlicher Verein’ trägt mit der Verpflichtung, keine Gewinne auszuschütten, sondern kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen (Bibliotheken, die Goethegesellschaft) oder die Förderung junger Wissenschaftler durch Stipendien oder bei der Promotion durch praktische Hilfen bei Veröffentlichungen zu unterstützen. Also ein zwar kommerzielles Unternehmen, aber mit ideellen, kulturellen Zielsetzungen und einem Leitbild, das im Benehmen mit den Mitglieder entwickelt wurde. Diese Philosophie beruht auf solidarischen Wurzeln: In den Anfangsjahren kam nämlich die WBG nur deshalb so gut auf die Beine, weil sie aufgrund von Mitglieder-Krediten günstig produzieren konnte, was eine vertrauensvolle Basis zu dem Mitgliedern schuf und zu erhalten sucht.

Gegründet in der Notzeit 1949 auf Anregung eines Kreises von Tübinger Professoren, darunter Carlo Schmid, die eine zunächst regional ausgerichtete Buchgemeinschaft dringend brauchten, um die Kriegslücken in der wissenschaftlichen Literatur schnell zu schließen. Hauptanliegen war zunächst mit den Schwerpunkten Forschung, Studium, Wissen als Schwerpunkte den wissenschaftlichen Betrieb und die Studienmöglichkeiten zu optimieren. Leseecke und Bücher zum vergnüglichen Lesen kamen später ins Programm. Heute bilden 20 Fachgebiete (Geschichte, Theologie, Philosophie sind am stärksten vertreten) die Säulen des Angebots.

Seit 1953 produziert die WBG in Darmstadt. Der Slogan von der rauchfreien Industrie, günstige Wirtschaftsbedingungen, auch durch das Land Hessen, die Lage und das literarische Profil der Stadt gaben den Ausschlag für diese Entscheidung. Der Ausbau des Unternehmens verlief trotz kleinen Rückschlägen im Ganzen positiv. Umfasste das erste Informationsheft für die Mitglieder fünf Seiten, so stellt der jetzt viermal jährlich erscheinende Katalog auf über 100 Seiten eine moderne, vielfältige Themenpalette vor (liegt in der Aka- Geschäftsstelle aus). Zwischendurch pflegen weitere Publikationen die Mitgliederkontakte. Das Sortiment wird stets nachfragegerecht auch im Hinblick auf moderne Medien weiterentwickelt. Die heutige Leitung hat die Zukunft im Auge und stellt sich auf die Entwicklung einer elektronischen Buchindustrie ein. Trotzdem äußert sich Herr Auth zuversichtlich, was die Nachfrage nach Print-Produkten in den nächsten 15 oder 20 Jahren angeht.

Dem kurzweiligen Rundgespräch folgte eine Besichtigung des 3-stufigen Lagers, das heute die Räume der mittlerweile ausgelagerten Druckerei und Buchbinderei zum Versand ins In- und Ausland nutzt.

Die Fortsetzung der Zusammenarbeit von Aka und der WBG spiegelt sich in einer Reihe von Autorenabenden unter dem Namen „Abendlese“, zu der auch Aka-Mitglieder herzlich eingeladen sind. Da bei dem ersten Vortrag von Prof. Dr. Hans Günther Gassen „Wie Altern zum Vergnügen wird“ am 27. Oktober, 19 Uhr, mit viel Zuspruch zu rechnen ist, bittet die WBG um vorherige Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  oder Telefon 06151-3308-330