Berichte der Akademie 55plus Darmstadt 2011

Mit der AKA in Würzburg.

Wie es sich gehört, schenkte die Sonne den 24 AKA-Mitgliedern, die am 13. Oktober nach Würzburg aufbrachen, einen goldenen Herbsttag.

„Keine Hektik“ war die Parole und so durchquerten wir gemütlich die quirlige Universitätsstadt. Am Marktplatz erfreuten wir uns am Falkenhaus mit seiner üppigen Stuckdekoration im Rokokostil. Weiter ging es über die Alte Mainbrücke, eines der Wahrzeichen Würzburgs, welches seit 1476 die zerstörte ältere romanische Brücke ersetzte. Viele Heiligenfiguren (die sog. Brückenheiligen) schmücken das Bauwerk, und der Blick von hier auf die Festung Marienberg, den Main und die Stadt ist ein beliebtes und lohnendes Fotomotiv.  

Sportlich erstürmten wir die Festung. Viele Stufen mussten bewältigt werden. Schöne Ausblicke über die Stadt belohnten unsere Mühe und das gewaltige Bauwerk, beeindruckt sehr. Seit 1000 v. Chr. ursprünglich eine Fliehburg der Hallstattzeit, der älteren Eisenzeit, entwickelte sich die imposante Anlage von 1253 bis 1719 zum Sitz der Fürstbischöfe. Leider hatten wir keine Zeit, das Mainfränkische Museum, untergebracht im barocken Zeughaus, zu besichtigen. Wunderbare Bildwerke von Tilman Riemenschneider und viele Sehenswürdigkeiten zur fränkischen Geschichte lohnen den Besuch wenn genügend Zeit zur Verfügung steht.

In der Burggaststätte stärkten wir uns, um danach den Rückweg zur Stadt auf dem Weinwanderweg anzutreten. Dieser romantische Weg führt um die Festung herum und zeigt die gewaltigen Ausmaße des Bauwerkes. Wunderschöne Ausblicke aus der steilen Weinhanglage auf die vielen Türme und Bauwerke der Stadt und die Umgebung, ließen uns immer wieder innehalten. Aber wir hatten ein Ziel, das Juliusspital. Julius Echter, Fürstbischof von Würzburg, gründete 1576 das Juliusspital - ursprünglich um arme, kranke und alte Menschen sowie Waisenkindern zu pflegen und zu versorgen.  

Das Juliusspital ist eine imposante Barockanlage von schlossartigem Charakter und beherbergt heute ein modernes Krankenhaus, Altenheim und Palliativstation sowie eine Schule für Erzieherinnen.

Zum Bestz des Juliusspitals gehören auch preisgekrönte Weingüter, Wälder und weitere riesige bewirtschaftete Agrarflächen. Es ist Arbeitgeber für ca. 1000 Mitarbeiter. Die Stiftung finanziert sich selbst. Frau Heder, eine sehr nette Fränkin, wie nicht zu überhören war, führte durch die Anlagen und die Kellereien..

Beeindruckend die wunderschöne Rokokoapotheke und der historische, riesige 170 wuerzburg2Weinkeller mit unzähligen alten und neueren Holzfässern. Besondere Ereignisse, wie z.B. der Abschluss der Renovierung des gesamten Gebäudekomplexes 2011, werden mit einem besonders dekorativen Prunkfass dokumentiert. Es gab viele bedeutende Ereignisse und so sind entsprechend viele Prunkfässer erhalten, einige 100 Jahre alt. Weine des Juliusspitals sind vielfach ausgezeichnet und weltberühmt.  Wir probierten typische Weine, wurden zunehmend heiterer und deckten uns für zuhause mit einem edlen Tropfen ein.

Im nächsten Jahr wird es wieder einen Ausflug nach Würzburg geben. Die Residenz, UNESCO-Weltkulturerbe steht u.a. auf dem Programm.

Gertraud Säemann