Berichte der Akademie 55plus Darmstadt 2011

Rendite oder Spekulation ?

geldDer Untertitel „Wie können Sie sich davor schützen, die falsche Wahl zu treffen?
ist sicher in diesen Krisen-Zeiten der Auslöser, dass obiger Vortrag von Uwe Götz gut besucht ist. Die anfänglichen Fragen und Probleme der Teilnehmer zeigen es: „Wie kann ich jetzt am besten Geld kurzfristig anlegen“ - „Wo finde ich Sicherheiten und Renditen in Zeiten der Inflation?“ „Was sind die Risiken und Chancen von Fonds?“

Der Referent, versiert in Finanz- und Wirtschaftsberatung, zeigt zunächst die aktuellen Probleme der (Finanz-)Märkte. Da gibt es die politischen Einflüsse innerhalb bzw. zwischen den alten Weltmächten (USA/Europa) und den aufstrebenden neuen Nationen (z.B. China). Die großen Staatsschulden könnten Rentenpapiere und Bonds in arge Bedrängnis bringen; aber auch die Verschuldung von Unternehmen gefährde neben Arbeitsplätzen auch Anleihen und Aktienwerte. Nicht zuletzt werden die Banken selbst sich selbst und ihren Kunden zum Risiko: Das traditionelle Privat- bzw. Geschäfts-Kundengeschäft ist ihnen nicht mehr ausreichend, obwohl es beständigen, aber eben nur mäßigen Gewinn bringt. Sie haben sich mehr oder weniger stark dem Investmentbanking verschrieben, das bei richtiger Einschätzung der zukünftigen Entwicklung schnelle und zig-fache Millionengewinne verspricht, aber auch - wie die „Gebrüder Lemann“ und andere es vormachten - große Vermögenswerte vollkommen vernichten kann.

Was also tun in Zeiten, wo der DAX Achterbahn fährt und der Aktienkurs eines Unternehmens nicht mehr seinen echten Wert darstellt (s. Facebook und die neuen Technologiewerte), der Gold- und Silberpreis ungeahnte Höhen erklimmt, aber jederzeit wieder fallen kann und das früher geliebte Sparkonto mit seinem mehr als bescheidenen Zinssatz langfristig nur zu Wertverlust führt?

Uwe Götz weist darauf hin, dass die Regel „je mehr Risiko, um so mehr Rendite“ nach wie vor gilt. Der private Anleger muss sich fragen, was er für ein „Anlage-Typ“ ist: ein ganz konservativer oder ein hoch spekulativer Anleger bzw. ein Mischtyp mit mehr oder weniger Anteilen der beiden Extremen. So wird der „Konservative“ keine Aktien in seinem Besitz haben, sondern mit langfristigen, festverzinslichen Papieren oder Tagesgeld operieren, während der „Spekulant“ sein Geld durchaus zu mehr als 90 % in Aktien anlegen kann. Ein absolut unvernünftiger Spekulant ist aber jener, der „nur Eier in seinem Einkaufskorb“ hat, d.h. sein ganzes Vermögen in eine einzige Geldanlage steckt. Streuung heißt das Zauberwort: neben Tagesgeld, Aktien, Renten, Gold und Wertpapieren sind gerade Fonds nicht zu verachten, vor allem solche, die sich auf zukunftsträchtigen Branchentitel oder Großunternehmen stützen. Immerhin haben ca. 800 von 10.000 Fonds die letzten 3 turbulenten Jahre mit Gewinn überstanden. Aber die Wahl muss jeder selbst treffen.

So verlassen Teilnehmer den Vortrag mit der ganz persönlichen Frage: „Was bin ich denn eigentlich für ein Typ?“   (kpr)