... so Prof. Dr. Werner, Chef der Kardiologie am Klinikum Darmstadt, bei seinem Vortrag bei der Aka 55plus.

Die Gefahr, einen Herzinfarkt zu ist erleiden für Frauen etwas geringer als für Männern. Das Risiko jedoch, irreversible Schäden davonzutragen oder daran zu sterben ist für Frauen hoch, da vom Auftreten der Symptome bis zur Behandlung wesentlich mehr Zeit als bei Männern verstreicht.

 Während man bei Schmerzen im Brustbereich, den Armen, im Bauch und auch im Kiefer eher an einen drohenden Infarkt denkt, treten bei Frauen oft atypische Symptome auf.

Wenn eine Frau morgens schweißnass, mit Übelkeit, Appetitlosigkeit und Angstgefühlen aufwacht, sollte sie nicht lange zögern und den Notarzt alarmieren. Auch Luftnot, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schwäche ohne direkte Ursache. Schmerzen im Magen- und Bauchbereich oder im Rücken kündigen bei Frauen ebenfalls oft einen drohenden Infarkt an.

Bis zur Behandlung, darf nicht zu viel Zeit vergeben. Wartet man zu lange, können bleibende Schäden oder Tod die Folge sein.

Mehr als 40% aller Todesfälle werden durch Herz- /Kreislauferkrankungen zurück. Damit ist dies die häufigste Todesursache in Deutschland, gefolgt von Krebserkrankungen mit etwa 25%.

Was kann man tun, wenn man erlebt, dass eine Person plötzlich umkippt, nicht mehr atmet, kein Puls mehr zu fühlen ist? Als ersten, so Prof. Dr. Werner, immer 112 anrufen und den Notarzt alarmieren.

Dann sollte man versuchen, durch Herzdruckmassage Kreislauf und Atmung wieder in Gang zu bringen. Dabei drückt man mit beiden Händen kräftig auf das untere Drittel des Brustkorbs in Richtung Brustbein, so dass er sich etwa um ein Drittel senkt. Dadurch wird das Blut aus dem Herzen gepresst. Beim Nachlassen des Drucks füllt sich das Herz wieder mit Blut und der erneute Druck muss schnell erfolgen. Dieses Verfahren muss so lange angewendet werden, bis der Notarzt erscheint und der Patient in professionelle Behandlung kommt. Nur so kann verhindert werden, dass durch mangelnde Sauerstoffversorgung des Gehirns bleibende Schäden auftreten.

Was kann man zur Vorbeugung tun?

Rauchen aufgeben, sportliche Bewegung (5xpro Woche eine halbe Stunde), Mittelmehrküche (Olivenöl statt tierischer Fette), Normalisierung des Gewichts, Stress meiden…

Ein interessantes Phänomen, das vorwiegend bei Frauen nach der Menopause auftritt, ist das "Broken Heart Syndrom". Alle Anzeichen sprechen für einen Herzinfarkt, doch das Herzkatheder zeigt, dass alle Gefäße offen sind, ein Infarkt also nicht vorliegt. Es handelt sich vielmehr um Herzspasmen, wahrscheinlich ausgelöst durch Hormone, die sich in der Regel im Laufe einer Woche zurückbilden. Bis das der Fall ist, ist die Überwachung auf der Intensivstation angezeigt.

Das "Broken Heart Syndrom" kann ausgelöst werden durch Stress. So berichtete Prof. Dr. Werner von einer Frau, die auf der Polizeistation, wo sie den Diebstahl ihrer Handtasche melden wollte, mit Anzeichen eines Herzinfarktes zusammenbrach.

marwen