kloster lorsch hmetznerKlöster waren im Mittelalter Zentren der Frömmigkeiten, Bildung und Kunst, aber auch Hauptorte der Macht und des wirtschaftlichen Aufstiegs. So auch das Kloster Lorsch - ein Geschenk des Abtes Gundeland an Karl den Großen. Nun Königskloster.

Am 1. September 774 war Karl der Große mit großem Gefolge auf dem Weg von Italien zur Weihe der Nazariusbasilika anwesend.

 Ca. 100 Jahre später wird das Kloster Lorsch Grablege des ersten "deutschen Königs", Ludwig des Deutschen (876) und seiner Dynastie. 

Besichtigt haben wir zunächst den frühmittelalterlichen Herrenhof "Lauresham" mit Herrenhaus, Gesindehäusern der Leibeigenen und Werkstätten, wie z.B. das "Frauenarbeitshaus", wo gesponnen und gewebt wurde. Alle diese Gebäude sind Holz- oder Lehmbauten, nur die kleine Kapelle ist ein Steinbau.

In „Lauresham“ sind Tiere angesiedelt, wie es sie damals gab - somit ist es nicht nur Museum, sondern ein Freiluftlabor, in dem weiter geforscht und probiert wird.

Die sog. Torhalle ist eines der wenigen erhaltenen karolingischen Gebäude. 1818 sollte sie abgetragen werden. Georg Moller schlug dem Großherzog Ludwig II. vor, sie zu erwerben, um sie für spätere Generationen zu bewahren. Das war der Anfang des deutschen Denkmalschutzes.

einhardsbasilika f lausbergMichelstadt und Seligenstadt verbindet eine gemeinsame Geschichte. Einhard, der Biograf und Kanzler Karls des Großen, erhielt 815 Ländereien im Odenwald und am Main von Ludwig dem Frommen, dem Sohn Karls des Großen. Wahrscheinlich war der Wohnsitz Einhards ein Herrenhof, später zur Michelstädter Burg mit dem Bergfried, dem heutigen Diebesturm, ausgebaut. Für Einhard, der sich nach Ruhe und Weltabgeschiedenheit sehnte, war das Leben in Michelstadt nicht das Richtige. Jenseits der Mümling fand er einen geeigneten Platz für seine Basilika und Kloster.

Zu jener Zeit gehörten Reliquien unbedingt zur Weihe einer Kirche. Also beauftragte Einhard seinen Schreiber Ratleik, welche in Rom zu beschaffen.

Im November 817 kamen die Reliquien in Steinbach an und die Kirche konnte geweiht werden. Aber die Gebeine fühlten sich nicht wohl in der Steinbacher Basilika. Einhard beschreibt das bewegend in seiner Schrift von der Überführung der Reliquien nach Obermühlheim, demheutigen Seligenstadt, wo sie immer noch in der Krypta ruhen.

F.Lausberg