Vermutlich schauen Sie gerade auf einen Laptop-Bildschirm oder einen modernen Monitor. Dann schauen Sie geradewegs durch Folien und Gläser hindurch auf eine Substanz, die sich Flüssigkristall nennt, kurz LCD. Die steckt nämlich zwischen den Glasplatten eines Monitors. Wie diese Substanz bei dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hergestellt wird und was mit ihr alles gemacht werden kann, hatten wir schon in vorangegangenen Vorträgen und Führungen erfahren.

Am 10. März jedoch führte uns ein Rundgang in die "Toxikologie" der Fa. Merck. Das ist ein Gebäudetrakt, in dem sich die Wissenschaftler/innen damit beschäftigen, wie giftig oder besser noch, wie ungiftig eine Substanz ist, die hier hergestellt wird. Das gilt nicht nur für die Medikamente von Merck, sondern auch für eben diese Flüssigkristalle - und nicht nur für das jeweilige Endprodukt, sondern auch für Produktionszwischenstufen, sofern sie die Produktionslinie verlassen.

Ja, Sie lieber Nutzer eines LCD-Bildschirms, egal ob Handy, Laptop oder TV, sollen sich nicht vergiften oder schädigen, falls mal ein Glasbruch eintritt. Das also wird unter strengsten Auflagen im Tierversuch getestet. Die Organe dieser Tiere werden zu hauchdünnen Scheibchen auf Objektträger für das Mikroskop aufbereitet. Des Weiteren werden an Algen, Wasserflöhen und Fischen eventuelle Auswirkungen des Kontakts mit LC untersucht.

Alle Informationen wurden uns so verständlich aufbereitet und vorgetragen, dass die drei Stunden dieser Führung im Nu verstrichen waren. Es waren Sternstunden des Fachbereichs Nawi, Technik, Umwelt, für die wir den Mitarbeitern der Fa. Merck zu danken haben. Und noch zu guter Letzt: Flüssigkristalle sind völlig ungiftig. Damit sie sich aber nicht in der Umwelt ansammeln, nimmt die Fa. Merck alle Produkte, die mit ihren Flüssigkristallen hergestellt werden, zurück und führt sie einer gesicherten Entsorgung zu.

Werner Nüsseler