dr hild neuisenburgmuss es nicht die Bandscheibe sein. Die Schmerzen können ihre Ursache auch in einer Blockade des Iliosakralgelenks haben – so Dr. med Andreas Hild von der Praxisgemeinschaft ORTHO ONE  bei seinem Vortrag im vollbesetzten Saal bei der Aka 55plus.
Das Iliosakralgelenk oder Sakroiliakalgelenk, die Verbindung zwischen Kreuzbein (Os sacrum) und Darmbein (os ilium) war schon Hippokrates bekannt, der es allerdings nicht für ein Gelenk hielt.

Iliosacralgelenk Gray319Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war man sich unter Fachleuten nicht darüber einig, ob es sich beim Iliosakrakgelenk um ein Gelenk handelte, dessen Blockade Ursache für Beeinträchtigung der Beweglichkeit sein  und zu Schmerzen führen könnte. Grund dafür ist das äußerst geringe Bewegungsausmaß von etwa 2 bis 4 Grad dieses Gelenks, das durch Muskeln und Sehnen stabilisiert wird und nicht willkürlich bewegt werden kann. Große Bedeutung kommt dem Gelenk bei der Geburt zu, indem es dazu beiträgt, den Beckenring zu erweitern.

Das Heben eines zu schweren Gegenstandes, ein Tritt ins Leere, eine Verrenkung, übermäßige Belastung beim Sport, oder mangelnde Rückbildung nach der Schwangerschaft können dazu führen, dass das Gelenk verkantet und somit in seiner Beweglichkeit gänzlich blockiert wird.
Die Symptome für eine Blockade der Iliosakralgelenks sind vielfältig: Schmerzen in der Leiste, Schmerzen beim Aufstehen, Schmerzen nach Anstrengung etc. Im Gegensatz zu anderen Rückenleiden treten jedoch keine Taubheitsgefühle auf. Oft ist die Beinstellung der betroffenen Person asymmetrisch und eine Differenz der  Beinlängen kann ebenfalls auf eine einseitige Blockade hinweisen. Sucht man den Arzt auf, so wird er die Ursache der  Rückenschmerzen mit genaueren Methoden eingrenzen (Vorlauf, Spine-Test, MRT).    
Die Behandlung einer schweren Blockade des Iliosakralgelenks erfolgt, so Dr. Hild, am besten chiropraktisch. Meistens ist vorher eine Injektion zur Betäubung der umgebenden Muskeln notwendig.
Physiotherapie und häusliche Übungen schließen sich an. Mit 6 Wochen müsse man bei einer akuten Erkrankung bis zur Schmerzfreiheit rechnen – ist die Erkrankung chronisch, dauert es in der Regel sehr viel länger.
Mittel für längerfristigen Erfolg und zur Vorbeugung sind Bewegung und Kräftigung der Muskulatur. Was die Übungen betrifft seien, so Dr. Hild,  der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ein Tipp aus dem Publikum: Morgens um 8:45 Uhr „Tele-Gym“ im Bayerischen Fernsehen einschalten und mitmachen.  
Margret Wendling