Wer dafür aufgeschlossen ist, kann nachempfinden, dass den Steingruppen aus grauer Vorzeit eine besondere Kraft zugesprochen wird. Jedenfalls sind diese schweigenden Zeugnisse aus der Zeit 2000 bis 5000 v. Chr. trotz aller archäologischen und astro-archäologischen Forschungen immer noch von Geheimnissen umgeben.
Funde gibt es weltweit, vor allem in den Ländern rund um das westliche Mittelmeer, besonders in Frankreich, auf Korsika und in Großbritannien.

Diese obeliskartigen Steinsäulen markieren als Zeichen frühester Besiedlung Kultplätze mit bislang unbestimmbarem Ziel und Inhalt. Manchmal vorhandene Verzierungen mit Schlangen, Mondsicheln oder (nach der Christianisierung angebrachte Kreuzen) sind wissenswerte und reizvolle Punkte der Heimatkunde, und das war das Hauptmotiv von Werner Nüsseler, dieses Thema für das Aka-Programm aufzubereiten.

Zwölf Interessierte fanden sich zu seinem dualen Vormittagskurs ein, der eine geraffte Einführung im Seminarraum und direkt anschließend eine zweistündige Fahrrad-Exkursion zu der Menhirenanlage bei den Scheftsheimer Wiesen, Gemarkung Roßdorf, bot. Die Anlage wurde erst 1967 heimatkundlich erschlossen. Vor dem Start hatten wir den Monolith vom Findling zu unterscheiden gelernt und den Begriff ,Kaventsmann’ (Alsbacher Hinkelstein) ursprünglich mit einer massigen, riesigen Figur (Hüne) in Verbindung gebracht, denn die Menhire sind große oder lange Steine aus einem Stück, die meist vertikal aufgestellt sind. Die häufigsten Exemplare sind zwischen ein und drei Meter hoch, aber auch bis 9 ½ Meter Länge bekannt. Die Steingruppen gibt es in vielfältigen Anordnungsformen: Quadrate, Rechtecke, Linien oder Alleen, aber meistens in Kreisen oder Halbkreisen. Die wohl bekannteste hufeisenähnliche Anlage ist das mehrteilige sakrale Gebilde Stonehenge nördlich von Salisbury in England. Die geheimnisvolle Anlage ist ein unerlässliches Fotomotiv für alle Besucher. Einige Menhire sind so alt, dass sie in wechselnden Zeitaltern und Kulturen unterschiedlichen Religionen gedient haben können.

Mitten in Darmstadt erinnert die von Historikern gepflegte Anlage Hinkelstein, die als Teil der Stadtmauer noch um 1930 ummauert im Straßenbild der Altstadt zu sehen war. Der Name Hinkelstein ist vom Volksmund aus den ursprünglichen Hünenstein/ Hühnerstein zum Hinkelstein und der Hinkelsgasse verformt worden. Werner Nüsseler stellt eine erneute Behandlung des Themas im 1. Hj. 2017 in Aussicht.

Bericht: Walter Schwebel, Bild: Werner Nüsseler